Archiv für: August 2017

Podcast-Tipps

Kul­tur
In der WDR5-Pod­cas­trei­he Tiefen­blick geht es aktuell um die Eige­narten der heuti­gen deutschen Gesellschaft. In der ersten Folge geht es um die deutsche Ord­nung, die so ver­schrieen wie geschätzt wird. Was bringt einem eine der­ar­tige Ord­nung und wie wird mit ihr umge­gan­gen? Warum tun sich die Deutschen so schw­er mit dem Smalltalk? Vergessen die Deutschen zu oft, darüber nachzu­denken, ob ein Fes­thal­ten an Regeln im vor­liegen­den Augen­blick hin­der­lich ist?

Dazu gibt es zwei weit­ere Fol­gen über die Eig­nung Deusch­lands als Urlaub­s­land und die Kriegsver­strick­un­gen Deutsch­lands. Der Pod­casts ist über Smart­phone-Apps zu find­en oder per Feed abon­nier­bar.

Neben­job
In der 175sten Folge von “This Amer­i­can Life” geht es um Geschicht­en rund um’s Babysit­ten.

Recht
Mar­cus Richter und Thomas Schwenke klären darüber auf, ob man als Whats-App-Benutzer abgemah­nt wer­den kann.

Ergebnis der Kinder- und Jugendbefragung

Mar­i­anne Zgo­da-Hachmann und Bernd Mix haben mit so vie­len indi­vidu­ellen State­ments am Ende vielle­icht dann doch nicht gerech­net, wen­ngle­ich auf eine solche mei­n­ungs­freudi­ge Bug­welle gehofft. „Unsere Köpfe rauchen noch vom Studi­um“, lacht Zgo­da-Hachmann. „Unser Team hat das alles inten­siv gele­sen.“

Was auf- und übere­inan­der geschichtet vor Mix, Zgo­da-Hachmann und Beate Pohl auf einem großen Tisch im städtis­chen Fach­di­enst Jugend und Fam­i­lie liegt, ist die imposante, auf riesi­gen Papier­bö­gen fest­ge­hal­tene Ergeb­nis­samm­lung ein­er Kinder­be­fra­gung in Ibben­büren­er Grund­schulen. Fach­di­en­stleit­er Bernd Mix und seine Kol­le­gin Mar­i­anne Zgo­da-Hachmann arbeit­en in diesem Jahr an der Fortschrei­bung des Kinder- und Jugend­förder­plans für die Jahre 2018 bis 2021. Der Plan will bedarf­s­gerechte Ange­bote für Kinder, von Kindern sowie durch Kinder und Jugendliche aufzeigen. Und weil Ibben­büren sich als kinder- und jugendgerechte Kom­mune begreift, wirken ganz junge Bürg­er an der Fortschrei­bung mit. Im vor­liegen­den Fall die Aktiv­en der Kinder­par­la­mente Ibben­büren­er Grund­schulen.

Die jun­gen Par­la­men­tari­er waren im Laufe des Früh­jahrs in ver­schiede­nen Work­shops um Auskun­ft gebeten wor­den. Wer hört dir zu? Wo kannst du mitbes­tim­men? Wo möcht­est du mit­machen? Was gefällt dir? Was ver­misst du? Was wün­schst du dir? Was macht dir Sor­gen? Zu diesen Fra­gen tauscht­en sich die Mit­glieder der Kinder­par­la­mente aus und for­mulierten ihre State­ments auf Wandzeitun­gen. Mit den Werk­stät­ten hat die Stadt Ibben­büren den Kindern in der Stadt in ihren Pla­nun­gen eine Stimme ver­liehen. Par­tizipa­tion, Beteili­gung lautet der Schlüs­sel­be­griff.

108 Kipa-Aktive und damit neun Prozent aller Ibben­büren­er Grund­schulkinder hat man über die Kinder­par­la­mente erre­icht. Wer sich mit Erhe­bun­gen etwas ausken­nt, weiß: Das ist eine beachtliche Marge. „Wir haben einen guten Quer­schnitt erhal­ten“, sagt Bernd Mix, der mit sein­er Kol­le­gin Zgo­da-Hachmann, der Michaelschullei­t­erin Beate Pohl und weit­eren beteiligten Experten in ein­er Arbeits­gruppe für die Auswer­tung der Befra­gung ver­ant­wortlich zeich­net.

Für die Befrager und Auswert­er hier­bei erstaunlich: „Bei den Kindern herrscht viel soziales Gespür und Mit­ge­fühl mit anderen“, berichtet Mar­i­anne Zgo­da-Hachmann aus der Auswer­tung der Work­shops. „Und die Wahrnehmung ihrer Umwelt ist bei den Kindern sehr tief gehend.“

Als Per­so­n­en, die ver­trauensvoll zuhören, wenn Kinder etwas loswer­den wollen, gel­ten diesen Eltern und Großel­tern, Lehrer, Klassenkam­er­aden, der Train­er im Sportvere­in – und nicht sel­ten sog­ar Ibben­bürens Bürg­er­meis­ter Dr. Marc Schramey­er, der bekan­ntlich einen steti­gen Draht zu den örtlichen Kinder­par­la­menten unter­hält. Was Kinder sich wün­schen, bezieht sich oft auf das näch­ste Leben­sum­feld. Später wer­den die Kreise größer. Spielplätze spie­len hier­bei dann eben­so eine Rolle wie etwa das Aasee­bad Ibben­büren. „Verkehr ist ein großes The­ma“, schildert Bernd Mix. „Das reicht von zu schnell fahren­den Autos auf der Straße bis zu fehlen­den Buswarte­häuschen.“ Sor­gen machen den Kurzen manch­es Mal zudem mächtige Erwach­sene wie die Her­ren Trump und Erdoğan. Dass die Antworten so zahlre­ich und vielfältig aus­fie­len, zeigt: Die Kinder fühlten sich auf unter­schiedlich­sten Ebe­nen ern­stgenom­men.

Was die Kinder an Antworten geliefert haben, ist ein Auf­trag an uns“, for­muliert es Zgo­da-Hachmann. Die Wün­sche der Kinder sollen in die weit­eren Arbeitss­chritte hin zum Kinder- und Jugend­förder­plan ein­fließen. Um hier genauer anset­zen zu kön­nen, soll noch eine ort­steil­spez­i­fis­che Auswer­tung der Work­shop­ergeb­nisse fol­gen. „Wir müssen es qual­i­fiziert weit­er­führen“, zeigt Bernd Mix die Per­spek­tive auf.

Natür­lich kann dabei schlech­ter­d­ings nicht jed­er Kinder­wun­sch von Mon­tag auf Dien­stag Wirk­lichkeit wer­den. Aber: „Wir schaf­fen eine Kul­tur des Dran­bleibens“, bringt es Mix‘ Kol­le­gin Zgo­da-Hachmann auf den Punkt. Im Novem­ber ste­ht in den poli­tis­chen Gremien Ibben­bürens die Ver­ab­schiedung des Kinder- und Jugend­förder­plans an. Vorgeschal­tet ist die ver­wal­tungsin­terne Diskus­sion sowie die mit den Bürg­ervertretern. Für Mix keine Frage: „Das wird span­nend.“

Als span­nend wird das, was ger­ade in Ibben­büren läuft, auch ander­swo emp­fun­den. Der verbindliche Ibben­büren­er Umgang mit dem The­ma Kinder- und Jugend­beteili­gung ist dem Lan­desju­gen­damt zu Ohren gekom­men. Dort ist man hell­hörig gewor­den und möchte mehr erfahren. Denn was Ibben­büren macht, ist in ganz Nor­drhein-West­falen de fac­to ein­ma­lig. Auch mit dieser über­aus deut­lichen pos­i­tiv­en Reak­tion hat­te das Ibben­büren­er Team nicht unbe­d­ingt gerech­net.